Orchestrien
Orchestrien sind selbstspielende Musikinstrumente, die ein ganzes Orchester imitieren können. Die Hersteller benutzten entweder verschiedene Orgelpfeifen zum nachahmen der Orchesterinstrumente oder sie kombinierten ein Klavier mit Schlaginstrumenten. Später wurden auch Glockenspiele, Triangel, Xylophone, Trompeten und sogar Violinen verwendet.
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Zur Steuerung der von Blasbälgen erzeugten Druckluft für die Orgelpfeifen diente eine Stiftwalze, auf der die Melodie mit Metallstiften gespeichert ist. Über eine Hebelmechanik werden dann die Ventile zu den Pfeifen gesteuert.
Später wurden die Stiftwalzen durch lochgestanzte Notenbänder aus Karton ersetzt, die mit Druckluft oder einem Vakuum abgetastet werden. Angetrieben wurden die Orchestrien durch schwere Gewichte. Später ersetzte man sie durch Elektromotoren. Die Orchestrionbauer des Schwarzwaldes bauten im 19.Jahrhundert in der Tradition des Flötenuhrenbaus Orchestrien mit Pfeifen. Zulieferer waren Pfeifenmacher, Drehorgelbauer und andere Handwerker.Unsere nähere Umgebung war dabei durch die bekannten Firmen Blessing, Unterkirnach bei Villingen, Welte,Vöhrenbach (später Freiburg), Imhof & Muckle, Vöhrenbach, Heitzmann, Villingen, und Weber in Waldkirch vertreten. Beispiele ihrer schöpferischen Kunstfertigkeit sind im Schwarzwald - Museum zu bewundern und zu hören.
Das grösste Orchestrion im Museum wurde 1885 von der Firma Tobias Heitzmann in Villingen eigens für das Schwarzwald - Museum Triberg gebaut. Mit seinen 500 Pfeifen hat es die Klangfülle eines Orchesters von 50 Musikern.
Die Orchestrien wurden in Gaststätten, Konzert - und Tanzsälen eingesetzt und erfreuten bald ein breites Publikum in ganz Europa.
Besonders bemerkenswert ist auch das Reproduktionsklavier "Welte-Mignon" der Firma Welte,Freiburg (früher Vöhrenbach), mit dem man das Klavierspiel berühmter Pianisten mit Hilfe von ausgestanzten Papiernotenrollen wiedergeben konnte. Auch ein Aufnahmeflügel für die Notenrollen ist im Museum zu sehen.
Mit der Erfindung des Grammophons und des Radios verloren die Orchestrienbauer dann im 20.Jahrhundert mit der Zeit ihre Bedeutung.
| Schwarzwaldmuseum Triberg * Wallfahrtstraße 4 * 78098 Triberg |


