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Strohflechterei

Mehr als ein Jahrhundert lang war die Strohflechterei im Schwarzwald zu einer wichtigen zusätzlichen Einkommensquelle im Schwarzwald geworden.

Im 18. Jahrhundert hatten Schwarzwäler Glashändler von ihren Fahrten Strohhüte mitgebracht, welche die Bauern bei ihrer Arbeit auf dem Feld gut gebrauchen konnten. Bald versuchte man dann auch das Strohgeflecht für die Strohhüte selbst herzustellen, brachte aber meist nur grobe Ware zustande, die sich nur schwer verkaufen ließ.

Erst durch die Initiative des Triberger Obervogts Karl Theodor Huber nahm die Strohflechterei im Anfang des 19. Jahrhunderts einen ungeheueren Aufschwung.
Huber ließ Strohflechter aus der Toskana und der Schweiz kommen, welche die Schwarzwälder Bauern in der Kunst der Feinflechterei unterwiesen.An mehreren Orten wurden Flechtschulen eingerichtet und bald wurde das Flechten zur Beschäftigung für jung und alt, die einen zusätzlichen Verdienst einbrachte.

In Werkstätten verarbeitete man das gelieferte Strohgeflecht dann zu Strohhüten,
Strohtaschen und Strohschuhen.

Nach Hubers Tod trat eine gewisse Flaute ein, bis 1850 Robert Gerwig, der erste Direktor der Uhrmacherschule Furtwangen und spätere Erbauer der Schwarzwaldbahn der "Huberschen Schwarzwälder Strohindustrie" neuen Auftrieb gab.Ende des 19. Jahrhunderts brachte schließlich der Import von billigerem Strohgeflecht aus Asien die heimische Strohflechterei zum Erliegen.

Schwarzwaldmuseum Triberg * Wallfahrtstraße 4 * 78098 Triberg