Bergbaugeschichte
Liebe Freunde des Schwarzwaldmuseums,
immer wieder hören wir von unseren Gästen: "Ich wusste gar nicht, dass im Schwarzwald auch Mineralien abgebaut wurden."
Aus diesem Grund möchten wir in diesem Monat die Gelegenheit nutzen, um über die Bergbaugeschichte des Schwarzwalds zu berichten.
Der Schwarzwald ist vom Mittelalter bis zur Neuzeit eines der bedeutendsten deutschen Bergbaugebiete. Besonders im südlichen und mittleren Teil dieses Grundgebirges wurden in zahlreichen Gruben Silber-, Kupfer-, Zink-, Blei- und Kobalterze gewonnen. Nicht weniger als 300 Stollen und Schächte sind im Kinzigtal und seinen Nebentälern nachweisbar. Der Bau des Freiburger Münsters wurde durch den Gewinn aus den Gruben am Schauinsland ("Erzkasten") und bei Todtnau ermöglicht. Siedlungen und Städte verdanken Gründung, Aufstieg und Blütezeit dem Bergbau. Unzählige Gewann- und Ortsnamen weisen noch heute auf diesen einst so wichtigen Wirtschaftszweig hin.
Vom einst blühenden Bergbau zeugen verfallene Stollen, eingestürzte Schächte und überwachsene Abraumhalden. (In den wenigen noch bearbeiteten Aufschlüssen lassen moderne Gewinnungsmethoden das Sammeln von Mineralien nur in beschränktem Maße zu.)
Den letzten Höhepunkt erreichte der Schwarzwälder Erzbergbau im 18. und 19. Jahrhundert. Nur aus wenigen Gruben wurden noch im 20. Jahrhundert Erze gefördert, auf einigen Gängen noch Schwerspat und Flussspat gewonnen. Vor allem im Kinzigtal wiesen die Mineralvorkommen auf engem Raum eine Mannigfaltigkeit auf, wie sie anderswo kaum angetroffen wird. Sehr seltene, nur hier vorkommende Mineralien wie Wittichenit, Schapbachit, Heubachit, auch Kinzigit als Gesteinsart wurden nach ihren Fundorten benannt und haben diese in der Welt bekanntgemacht. In neuerer Zeit erregten besonders die Funde von seltenen Uranmineralien Aufmerksamkeit. Erwähnenswert sind die Mineralvorkommen in den Triberger Ortsteilen Gremmelsbach und Nußbach.
Mit herzlichen Grüssen
Ihr Team im Schwarzwaldmuseum
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